"Harap Louis - eine Retrospektive"

by Karl Gantua - Schlafwandler

Mir fällt es nun zu, euch von Alois H. zu berichten, einem jungen, dynamischen und erfolgreichen Investmentbanker, der sich zeit seines kurzen dynamischen Lebens ab und an klammheimlich bei sich folgende Fragen stellte:
Und in seiner jungen überaus dynamischen Art versuchte er nun, auch Antworten auf seine Fragen zu finden - Probieren wir nun gemeinsam ihm zu helfen!
Nun gut:


Ad 1) "Is es das?"

Ob dies, was wir hier ja zweifelsohne haben, auch jenen Sachverhalt darstellt, den man gemeinhin als "das" bezeichnet, das ist hier (siehe dazu auch unten!) mangels weiterführender Sekundärliteratur nur unzureichend zu klären - Eine Hypothese kann man aber auch zu diesem Zeitpunkt der Beweisführung als erwiesen ansehen; nämlich, daß, wenn wir "das" vorliegen haben, "das" hier auch definitiv "das" ist und nicht "irgendetwas" anderes, das man hier zwar antreffen könnte, aber das, weil ja nun, rein hypothetisch natürlich, "das" offensichtlich hier "das" darstellt, eigentlich an diesem unserem fiktiven Ort (nennen wir ihn einfach mal "hier"...) nichts zu suchen hat!
Ganz anders würde sich der eben beschriebene Sachverhalt darstellen, wäre "das" "hier" nicht zwingendermaßen alleine, sondern vielmehr in Begleitung einiger attraktiver "was", "wer" oder eben "irgendetwas"! Dann nämlich müßte der interessierte Betrachter unbedingt näher auf die eigentliche Natur des "das" eingehen und könnte nicht mehr so einfach mir nichts dir nichts Darstellungen von verzwickten Wortfolgen vom Himmel herab definieren... Lassen wir uns aber davon nicht entmutigen und vereinfachen wir (in Analogie zur Relativitätstheorie, von der es ja bekanntlich auch 2 Versionen gibt: eine komplizierte und eine für die Blöden...) unsere Situation wie folgt:
  1. "das" ist "hier" alleine
  2. "das" ist "hier" tatsächlich "das"
  3. "das" ist demnach nicht "irgendetwas"
  4. "das" ist "hier" und nicht "dort"

Ad 2) "War es das jetzt?"

Nachdem wir unter Punkt 1 "Is es das?" nun die räumlichen Koeffizienten eingeengt und die Natur des "das" mehr oder weniger vereinfacht dargestellt haben, wollen wir nun beginnen den Faktor der Zeit in unsere Bemühungen Alois zu helfen einfließen zu lassen:
"War es das jetzt?"
Gehen wir einmal davon aus, daß "das" nicht so einfach aus dem Nichts entstehen kann. Konsequenter weise müßte "das" dann auch heute existieren; und wenn es das tun würde, dann wohl auch "jetzt" - aber ist dies richtig?
Nun fordere ich sie auf, werter Leser, mit mir zusammenzuarbeiten; gemeinsam werden wir versuchen im Zuge eines kleinen Workshops uns etwas klarzumachen:

Sie brauchen:
  1. Papier
  2. Einen Bleistift
  3. Einen Radiergummi
  4. Eventuell einen Spitzer
  5. Einen Stuhl
  6. Einen Tisch
  7. Und vermutlich auch ein Haus um den Stuhl und den Tisch herum, falls es regnen sollte

Setzen sie sich nun auf den Stuhl und legen sie das Papier auf den Tisch; (falls sie noch nicht im Haus sein sollten, dann betreten sie es jetzt, suchen sie dann das Zimmer mit dem Stuhl und dem Tisch auf, setzen sie sich auf den Stuhl und legen sie das Papier auf den Tisch!) Berühren sie mit der Spitze des Bleistiftes die Oberfläche des Papiers und führen sie nun, unter Zuhilfenahme ihrer Hand, die Bleistiftspitze folgendermaßen über das Papier:
  • Beginnen sie links oben und ziehen sie vorsichtig einen senkrechten etwa 5 cm langen Strich auf die untere Kante des Papiers zu (beachten sie aber, daß der Anfangspunkt hoch genug gewählt werden muß, damit der Stift nach 5 cm die Oberfläche des Papiers nicht verläßt!)
  • Rechts des Striches führen sie bitte nun den Stift so, daß seine Spitze einen Halbkreis zum Ausgangspunkt vollführt!
  • Setzen sie ab und beginnen sie etwas weiter rechts in Höhe des Endpunktes des ursprünglichen Striches einen Punkt zu suchen, der entlang einer gedachten Linie,die mindesten einen halben cm rechts von der äußersten Ausbuchtung des Halbkreises entfernt ist, liegt
  • Ziehen sie nun einen um 45 Grad geneigten Strich nach rechts oben
  • Von diesem Punkt aus, ohne Absetzen, bewegen sie sich nun bitte mit dem Stift, um den gleichen Betrag geneigt und mit der gleichen Länge, nach rechts unten
  • Verbinden sie bitte nun diese beiden Linien mittig mit einem horizontalem Strich
  • Stellen sie sich nun bitte die Schlögener Schlinge vor, in der sich ja bekanntlich die Donau um ein paar große Felsen windet - malen sie nun rechts anschließend einen Strich, der ungefähr so aussieht
Danke!!! Wenn sie die Anweisungen befolgt haben, dann müßte nun auf ihrem Zettel ein geometrisches Konstrukt erscheinen, daß ungefähr so aussieht wie "DAS"...
Soda, wie wir soeben bewiesen haben, kann man durchaus "das" konstruieren und somit einfach aus dem Nichts erschaffen! - Gehen wir nun weiter, wobei ich wieder ihre Hilfe benötige:
  • Radieren sie unsere Zeichnung einfach aus!

Nun frage ich sie: "Existiert "das" "jetzt" in diesem Moment noch?"

Denken sie mal darüber nach...


Ad 3) "Kommt da noch was?"

Nun, da wir soeben bewiesen haben, daß "das" durchaus existiert, nur eben nicht "jetzt", wenden wir uns der dritten und letzten von Alois´ Fragen zu:
Nur weil "das" im Moment nicht existent ist, heißt dies aber noch lange nicht, daß "was" nicht noch kommen kann!!! Ich persönlich glaube, daß "was" sogar schon ziemlich bald kommen wird - und dann wird es heftig:
Es wird nämlich unvermeidbar sein, daß das "das", das "war", mit dem "was", das "sein wird", "da" (Aufgepaßt: NICHT "hier"!!!!) eine Verbindung eingeht! Nun muß man sich einmal die Konsequenzen vor Augen halten, die daraus resultieren werden:

"War da was?"

Machen sie sich auch darüber einmal kurz Gedanken....

"War da was" dachte sich nämlich auch unser junger, dynamischer und erfolgreicher Investmentbanker Alois H., als er der Aufforderung seines Sohnes nachkam doch zur Eingangstür zu kommen, um dem fremden Mann an der Wohnungstür zu erklären, daß er nichts kaufe!
Äußerst bedauerlich war nur, daß der fremde nasse Mann gar nichts verkaufen wollte, sondern auf Grund einer dummen Verwechslung glaubte, Herr H. hätte mit seinem Sportwagen seinem Großvater in dessen Rollstuhl zu ein paar unfreiwilligen Luftsprüngen und Salti verholfen um ihn anschließend gegen einen Laster zu jagen! Naja...

S´Leben is ja bekanntlich ein Gegenwind und so kam es wie es kommen mußte:
Der fremde nasse Mann jagte Herrn Alois H. eine Kugel durch den Kopf und ging wieder, den verdutzten Sohn in der Eingangstür stehen lassend.

Das an sich lustige an der ganzen Geschichte ist aber eigentlich, daß Herr H., als er die Himmelspforte durchschritt einen alten Mann beobachtete, der quietschfidel seinen Rollstuhl zur Seite stellte, um einigen blonden, ausgesprochen attraktiven Mädls nachzustellen....

Und was will uns das alles sagen?

"Wenn schon abtreten, dann bitte mit ein paar Showeinlagen...
...Gott mag das!!!"




Baba und bis zum nächsten Mal!
Euer Karl Gantua