
"Warum Kühe die besseren Menschen sind(Von Karl Gantua, Dr.med.met.)
Rechtzeitig zum Beginn der Andachtszeit, die ja bekanntlich im Fest der Braten gipfelt, muss ich mal eine Lanze für unsere Fleischlieferanten brechen. Ich finde nämlich, dass es schon sehr lange überfällig ist, dass sich jemand ihrer annimmt! Sie leiden und führen ein Leben voller Entbehrungen - nur um uns ihre Haxen und Innereien schmackhaft verpackt zu präsentieren! Schon schade, dass sie so vergessen mitten unter uns dahinvegetieren! Aber ich werde das nun ändern, da ja Kotelettes, Bäuche, Braten und Steaks einen eminent wichtigen Platz im Schachverein-Universum einnehmen! Ich begab mich also auf ausgiebigste Feldforschungsreisen und euch, werter Leser, sollen natürlich die Ergebnisse nicht vorenthalten werden! Gar seltsame Geschichten trug man an mein Ohr und recht surreale Situationen hab ich auf meinen Reisen erlebt! Aber leset nun selber und bildet euch eine eigene Meinung - und vor allem: Erstarrt in Ehrfurcht vor der, zumindest meiner Meinung nach, Grossartigsten von Gottes Schöpfungen! Das eine Mal da stehen sie, ein ander Mal kann man sie sehen wie sie frohen Mutes über ihre Weide gehen! Sie schmatzen und sie kauen, geben Milch nach dem Verdauen, doch niemals hat man je bemerkt, dass sie vor Furcht ergrauen! Und nehmen wir als Beispiel, dass Kühe nur ganz selten lachen, dann, so muss man schon bemerken, sie Witze nur im Stalle machen! Oder hast du, werter Leser, je schon einmal nur ein Grinsen festgestellt? - So zwischen Kühen? Das wahrhaftig ist echt selten! Wenden wir uns aber nun Dem Fleischbesorgungs-aspekt zu: Wie wär die Welt, oh werter Leser, wären Kühe, nur als Beispiel, Indianer oder Schwarze? Asiaten oder Bleiche? Wär die Schlachtung, wenns so wär, dann noch immer wie ein Freispiel? Nur zur Erklärung: Indianer haben Pfeile, die, wenn sie auf den Sehnen liegen ihrer Bögen und dann sorgsam auf das Opfer gezielt treffen, furchtbar schmerzen - sogar töten! Schwarze haben vor Dekaden, im tiefsten Dschungel nimmt man an, mit langen Speeren gut gejagt. Doch wollen sie sich nimmer plagen, greifen zu modernen Waffen wie man allgemein so sagt. Ein Schrotgewehr für den Fasan, die Panzerfaust für Elefanten, ne Handgranate für den Waran, der als Abendessen für die Tanten frisch zerfetzt ein Wahnsinn wär! Asiaten sind gefinkelt: Als Samurai für ihren Meister braucht es nur sehr selten Gegner! "Harakiri!" - schlitz und schnippel - Leben? - Sicher nimmermehr! Am seltsamsten sind aber Bleiche: Meinen, da sie blass und bieder, früher sogar ganz im Mieder, klug sie seien - ei der dauss! Töten sich mit Kernkraftwerken, die sie bauen um zu schauen, ob das Atom - gar nicht dumm - lange fliegt im Kreis herum! Sie sind schon lustig diese Weissen, da man furchtbar kreativ, Panzer oder Menschenminen, Bomben und auch Mordmaschinen ganz flink baut um nachzusehen, ob ein feindlicher Soldat auch mit einem Bein kann stehen! Jetzt wird es wichtig, lieber Leser, denn nun möchte ich dich bitten, dass du hier nun in dich gehst. Keine Angst! Deine Gedärme bleiben liegen wo sie sind! Mit "in dich gehen" mein ich bloss, dass du nun über etwas sinnst! Stell dir vor dein fettes Steak oder auch ein guter Braten war als Kuh, so wie der Mensch, bewaffnet und durchaus bereit zur Tat zu schreiten ohne Warten! Na "gute Nacht" ich stells mir vor... Die Schlachtung auf dem Bauernhof wär blutig wie ein Bürgerkrieg! Der Metzger in der Kugelweste wartet bis die "Navy Seals" den Weg bereiten bis zur Stalltür, um dann flink zur Tat zu schreiten! "Sniper-Kühe" würden lauern, Heckenschützen siehst du nie! Schwere "Anti-Panzer-Kühe": Deckung für die Infanterie! Diese ist gut ausgerüstet: Sturmgewehr für Todessalven, Sandsack hinter Stacheldraht! Sperrfeuer mit ner Kanone, Helm und Funk zwecks Artillerie! Diese wiederum hat sich versteckt im Schweinestall am linken Hof, da auch ihre Leidensbrüder Schutz und Rettung haben wollen! Mit richtig grossen Sprenggranaten ein riesen Stier vom harten Schlag trotzt dem Ansturm seines Schlachters und erlebt den jüngsten Tag! Denn Bauer Horst ist allem Anschein gar nicht dumm und klein; er hat nämlich aufgerüstet, will dass nach dem Schlachtgetümmel aller Kühe Fleisch sei sein! Auf dem Dache seines Hofes Rakete er in Stellung brachte, die er installieren liess, damit sie seine Kühe schlachte! Der Kampf er wogte - Schmerzensschreie! Leichenfetzen flogen des Fleisches wegen hin und her! Ein Rumpsteak, ungelogen, landete in meim Gesicht! Doch auch Bauer Horst muss leiden, denn die Gattin ungeschickt, in das Visier ihrer Kühe stolperte fürn Augenblick! Kuh "Maria" es als erste merkte, zielte und dann schoss: Bäuerin "Zenzi" fiel zu Boden, spritzend sich das Blut ergoss! Nach ein, zwei Stunden wars vorüber und es war schrecklich anzusehen! Nicht nur Zenzi und die Kühe fielen im Vorübergehen: Ente "Dagobert" zum Beispiel hätte durchaus lang gelebt, wär sie in dem Stall geblieben und hätt nicht um die Eck gespäht! Der Gockel "Willi", ganz ein Lieber, hat auch den Tag nicht überstanden, denn als die Infanterie zurückschoss, hat er ihr zufällig und überascht dummerweis im Weg gestanden! Die Katzen "Wusel" und auch "Murli" Kamen grad vom Felde heim, traten auf ne Panzermine und waren plötzlich furchtbar klein! Ich könnte nun noch stundenlang Opfer zählen und Leichen schauen, aber um zum Punkt zu kommen: "Wars das wert - Ganz im Vertrauen?" Seien wir doch lieber froh, dass die Kühe auf der Wiese dumm sind wie das Bohnenstroh! Dass sie völlig unbewaffnet ahnungslos dem Metzger folgend grinsend in den Tod marschieren! Tja... "Kühe sind einfach die besseren Menschen!" Ich möchte euch nun zum Abschluss bitten diese armen aber doch ach so grossartigen Geschöpfe in der anstehenden Adventszeit in eure Gebete und/oder Trinksprüche mit einzubeziehen - sie haben es sich wirklich verdient! Auch wenn sie dumm sind und stinken; nur schwer kann man sich doch dem Charme entziehen , den sie versprühen. Nur schwer kann man an einer Weide vorübergehen, auf der Kühe grasen - Kühe, die in ihrer absoluten Ignoranz der Welt gegenüber ihren Frieden mit uns geschlossen haben! Wenn wir uns mal ehrlich sind... Anregungen, Beschwerden, Hasstriaden, Beschimpfungen, Mitleidsbekundungen, Vorschläge, Morddrohungen und Fanpost wie immer an karl.gantua@schachverein.com ! In diesem Sinne: "Bleibts ma olle gsund, metamorphiert net in irgendwelche schleimige Viecher und vergesst mir ja die Kühe nicht!" |