Sei gegrüsst lieber Anhänger des Schachverein Kultes! Unserem Bildungsauftrag nachkommend möchte ich heute über eine schon längst in der Gedankenreihe überfällig zu behandelnde Thematik schreiben:

"Die Geschichte des RockīnīRoll!

(Von Karl Gantua, Dr.med.met.)

Beginnen wir in der Antike:

Einst, so sagt man sich, lebte ein fescher junger Mann, der den unsäglichen Namen "Sysiphos" trug und der heute als unser Studienobjekt herhalten soll. Unser Objekt der Begierde hatte nämlich ein ohne Zweifel dämliches Schicksal:

Sein Lebensinhalt bestand darin, einen Stein vom Fusse eines Berges an dessen Spitze zu befördern. Wie blieb ihm überlassen; er trug, zerrte, zog und rollte, aber kurz vor seinem Ziel, dem Erreichen des Gipfelkreuzes nämlich, geschah immer ein saublöder Zwischenfall, der es ihm leider unmöglich machte seinen Auftrag, pflichtgetreu wie er nun mal war, zu erfüllen! Einmal flog ihm eine Biene ins Auge, ein ander mal explodierte von einer Bergkuh ausgelöst in seiner Nähe eine Landmine, ein drittes mal rutschte er einfach auf einem Kuhfladen der gerade eben vaporisierten Kuh aus, in weiterer Folge rief ihn dann noch seine Mutter zum Abendessen als er sich seiner Sache schon sicher war und/oder er wurde sich bewusst welch grenzdebiles Vorhaben er eigentlich hatte und er verschob es auf den nächsten Tag! Wie auch immer... nie kam er oben an. Bemitleidenswert aber lehrreich, da uns dieser historische Tatbestand vorzüglich vor Augen führt, dass unser Studienobjekt wohl der erste "Steine Roller" der Geschichte war - und, ins Neudeutsche überstetzt, wohl auch der erste "Rock Roller"!
-- Bitte, oh werter Schachverein-Kultist, präge dir diese Feststellung gut ein, denn sie wird uns zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu grosser Freude gereichen!


Auf zum nächsten Punkt der Tagesordnung:

Einige Zeit verstrich, bis die Idee des "Steinerollens" wieder aufgegriffen wurde. Dem Mangel an fester und widerstandsfähiger Bausubstanz nachgebend, die Lehmvorräte jener Zeit waren längst erschöpft und alles Gras der Weiden von den Wiederkäuern schon abgerupft, suchte man nach Alternativen für den Hausbau. Eine Option fand man in den Häuten von Kühen, die man an Stöcken befestigt zu Zelten aufspannte. Nach den ersten Brandopfern in Folge von Blitzschlägen und nachdem die ersten Bewohner dieser Hauthäuser Selbstmord begangen hatten, da sie es nicht weiter ertragen konnten, dass die Stiere ihrer Herde immer wieder versuchten ihre Häuser zu begatten, merkte man, dass diese Möglichkeit Wind und Wetter abzuhalten nicht unbedingt die zwingend Beste war. Man ersann die prinzipielle Möglichkeit in Steinen zu wohnen. Nach anfänglichen Zweifeln der Dorfältesten wie man denn in die Steine einsteigen sollte, die aber schnell von einem jungen Ingenieur durch die Erfindung der Türe vom Tisch gewischt worden waren, war letztendlich nun die Zeit der Steinhäuser gekommen:

Freilich... anfangs war es kein Kinderspiel die Felsbrocken zu einer brauchbaren Behausung aufeinander zu stapeln, wir erinnern uns an den kläglich gescheiterten Versuch eines gewissen Herrn "Wattguruzifix", einem dorfbekannten Architekt und Alkoholiker, ein Dorfrathaus zu bauen - wir kennen es als "Stonehenge", was so viel bedeutet wie "Steinkreis, der einst eine Versammlungshalle werden sollte aber zu gross geraten ist um ein Dach zu befestigen". Wie dem auch sei, letzendlich funktionierte es aber doch. Es dauerte bloss eine geraume Zeit bis man auf den richtigen Dreh kam!

Uns aber interessiert hier nicht was man baute, sondern wie die Rohstoffe gefördert wurden. Nun... Sattelschlepper und Schubraupen waren noch nicht erfunden, geschweige denn der Ottomotor oder Dynamit, was den Abbau von Felsen sicher beschleunigt hätte.
In schweisstreibender Handarbeit brach man die Steine aus dem Berg und, da auch das Rad weit vor seiner Entdeckung weilte, rollte sie zu ihrem Bestimmungsort! -- Wir sehen: Die Tradition des "Rock Rolling" wurde fortgesetzt! Und auch hier möchte ich dich, oh Leser, bitten diesen Umstand im Gedächtnis zu behalten, da auch er uns noch erquicken wird!

Man baute also Häuser...

Die Grundidee aber geriet in Vergessenheit, da die industrielle Revolution begann die Welt zu verändern und es nun nicht mehr von Nöten war die begehrten Bergteile mit der Hand zu rollen. Hm... eigentlich ist dies aber nicht völlig richtig, da im Untergrund des neuen Transportwesens sich eine neue weltumspannende Bewegung formierte. Lange Zeit von den führenden Industrieländern geächtet und vom normalen Zivilisten unbemerkt entstand die geheime Kaste der &quoFreien Maurer&! Bestehend aus traditionsbewussten Regimekritikern wollte sie es nicht so ohne weiteres hinnehmen, dass der schöne aber nun doch schon recht überflüssige Beruf des &Rock Rollers& ganz in Vergessenheit geriet! In langen und furchtbar geheimen Sitzungen erdachte man nun neue Kampfstrategien. Auch hier, in Analogie zu den frühen Versuchen Häuser aus Stein zu bauen, war der Anfang sehr schwer, wenn nicht sogar ein Desaster! Zu Beginn bestand der Kampf gegen das Transportwesen nämlich aus den Versuchen den Bergbau zu sabotieren. Schnell aber musste man einsehen, dass der Versuch Radlader mit Steinschleudern zu stoppen doch recht sinnlos war. Ach herrje... es war schon ein Dilemma, in dem unsere Pioniere des &RockīnīRoll& da steckten: Nicht willens ob ihrer traditionsbewussten Art andere Waffen zu benutzen setzte es eine Niederlage auf die andere. Bis ein junger Mann in einer Katastrophensitzung der Kaste auf die Idee kam die Feinde mit ihren eigenen Waffen zu schlagen! Nein, sie verrieten nicht ihre Ideale indem sie auf Dynamit und Sattelzüge zurückgriffen... nein, ihre Art zurückzuschlagen war viel subtiler! Die Unterhaltungsindustrie dazu benutzend den Nachwuchs der Transportunternehmer zu unterwandern, kam man auf den Zeiger doch die Laute der Fördermaschinen aufzunehmen, jaja... der Kasettenrecorder wurde bereits erfunden, und somit deren Hirne zu vernebeln! Gesagt getan... aber gescheitert, denn die Konsequenzen ihres Tuns waren ja auch wirklich schwer abzusehen!
Der Grundgedanke, nämlich Lärm massenkompatibel zu machen, wurde toll umgesetzt! Jedoch waren die Auswirkungen nicht ganz im Sinne der Urheber:
Auf der verzweifelten Suche nach einer neuen rebellischen Art sich zu der modernen, ach so hippen Musik zu bewegen, begann man schliesslich im Rhythmus "Kupplung - Zwischengas - Gang - Zwischengas - Kupplung - Gas" die Köpfe zu schütteln! Verheerend im Auge der Erfinder der "Anti-Transport-Kampagne", wie die Aktion nun offiziell hiess, waren die Folgen:

1) Gestärkte Nackenmuskulatur
2) Gestählte Arme vom beständigen Biertrinken um den Flüssigkeitsverlust durch das Kopfschütteln auszugleichen
3) Durchtrainierte Oberkörper vom ewigen Stolpern und wieder Aufstehen

Summa summarum wurden so ungewollt noch bessere und stärkere Bergbauarbeiter und Transportunternehmer herangezüchtet! Dies sah man nach einiger Zeit ein und löste den Geheimbund wegen notorischer Erfolglosigkeit auf....

Bleibt eigentlich nur mehr unsere 3 Punkte auf einen Nenner zu bringen - wir erinnern uns:

a) Sysiphos war der Erste!
b) Die frühen Menschen die Zweiten!
c) Söhne der Bosse von Transportunternehmen die Dritten!

Wir, oh werter Leser, sind also nun die Vierten Vertreter einer Art, die im Wandel der Zeit viele Veränderungen erfahren hat! Veränderungen, die ich hier der Vollständigkeit halber auch anführen will:

Die Götter des "RockīnīRoll", die unter dem Namen "Manowar" die Philosophie des Steinerollens weiterführen, fügten einst einen neuen Aspekt den Analen hinzu:
"Born to walk against the wind!" - "Geboren um gegen den Wind zu marschieren!"
Ein schon lange bekanntes Phänomen, der wissende Proband wird sich an "Das Leben ist ein Gegenwind" (ebenfalls in den "Gedanken" zu finden!) erinnern, das nun endlich auch konkretisiert auf eine Platte gepresst wurde. Zwar auf Vinyl und nicht in Stein geritzt, aber was solls... man muss gegenüber der modernen Zeit einfach Zugeständnisse machen!

Weitere Glücksritter der Rebellion des Steines, die unter dem Namen "AC/DC" ihre Botschaft verschicken, gaben einer ihrer Machwerke den Namen "Thunderstruck"! Oh welch herrliche Homeage an die frühen Pioniere des RockīnīRoll, die, Gott hab sie seelig, hilflos aber voller Idealismus in ihren Kuhhautzelten in Folge eines Blitzschlages verbrannten!

Unbedingt auch anzuführen sind weitere Verfechter der Religion der Felsen, die unter dem doch etwas verwirrenden Kürzel "NWOBHM" (Nein zur Weltweiten Organisation des Bergbaus ohne Hirn und Muskeln) agieren: "Iron Maiden" - Wie, so frage ich dich oh Leser, könnte man denn besser die verzweifelten Versuche der erfolglosen Kaste der "Freien Maurer" beschreiben als mit dem Lied "Wasted Years"?
Einer Thematik, der sich übrigens auch eine Gruppe weiser Männer, denen man einst den Namen "Paradise Lost" gab, in ihrem Stück "Forever Failure" angenommen hat...
Aber auch die Sekte AC/DC steht mit ihrer Überzeugung, dass die ältesten Urväter des Steinerollens, und natürlich auch deren Väter, vermehrt geehrt werden sollten, nicht alleine da: Die Vereinigung "Strapping Young Lad" rückte nämlich im Jahre 1995 mit dem Lied "Happy Camper" das traurige Schicksal der Zeltnomaden im Anfang des "Rock Rollings" sehr treffend ins rechte Licht...

Ja, lieber Leser, so hat es sich zugetragen und mir, in meiner Funktion als Chronist, bleibt an dieser Stelle wohl nur noch zu sagen:

"Lies es, lern es, lebe danach!"


Baba und "An schen Fuass!" - Bis zu den nächsten "Gedanken"!
Euer lieber Herr Karl


P.S.: Gerichtliche Vorladungen und Räumungsbefehle wie immer an band@schachverein.com oder karl.gantua@schachverein.com!
Ich danke für die Aufmerksamkeit!